Zwei Personen sitzen auf einer Treppe, im Hintergrund stehen E-Bikes

E-Bike-Sharing: Lohnt es sich für dich?

Einfach auf ein E-Bike steigen und losfahren – E-Bike-Sharing macht es möglich. Doch wie funktioniert das Geschäft mit den Leih-Bikes wirklich? Wann lohnt sich E-Bike-Sharing für dich und auf was musst du beim Bike-„Teilen“ achten. Wir beantworten dir alle wichtigen Fragen rund um das Pedelec-Sharing.

E-Bike-Sharing: Das erwartet dich in unserem Ratgeber

Was ist E-Bike-Sharing?

Beim E-Bike-Sharing, auch Pedelec-Sharing genannt, handelt es sich um die Kurzleihe von E-Bikes. Verschiedene Anbieter stellen Bikes zur Verfügung, die du flexibel und auch für kurze Strecken ausleihen kannst. Meist wird E-Bike-Sharing im urbanen Raum angeboten, sprich in größeren Städten wie Berlin oder München.

Wie funktioniert E-Bike-Sharing?

E-Bike-Sharing funktioniert nach dem Free-Floating-Prinzip. Im Gegensatz zum klassischen Leasing oder dem Leihen eines E-Bikes in einem Fahrrad-Geschäft, stehen die Bikes von E-Bike-Sharing-Anbietern relativ gleichmäßig verteilt in einer Stadt herum. So kann es sein, dass du an einer Vielzahl von Sharing-Bikes auf den städtischen Bürgersteigen vorbeikommst.

Mit der passenden App eines Anbieters werden dir alle verfügbaren Bikes in deiner Nähe angezeigt. Hast du dich für ein E-Bike entschieden, kannst du es per App entsperren und für deine Fahrt buchen.

Wichtig: Ein E-Bike einfach kurz mieten und ein bisschen rumfahren klingt verlockend. So verlockend, dass der Helm gerne zu Hause gelassen wird, um flexibler unterwegs zu sein. Warum das keine gute Idee ist, sagen wir dir in unserem Magazin-Artikel zur E-Bike-Helmpflicht .

Für wen eignet sich E-Bike-Sharing?

E-Bike-Sharing eignet sich für dich, wenn

  • du in einem urbanen Raum lebst und das E-Bike vor allem zum Pendeln in der Stadt nutzen willst
  • du eine Alternative zum Transport mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln suchst
  • du mit dem E-Bike eher kürzere oder mittellange Strecken zurücklegen willst
  • du ein E-Bike nicht regelmäßig nutzen willst, sondern eher spontan
  • wenn du keinen Platz zum Abstellen eines privaten E-Bikes hast
  • Alternativen wie E-Bike-Leasing oder der E-Bike-Kauf nicht für dich in Frage kommen
  • wenn du spontan ein E-Bike zum Transport benötigst (E-Lastenrad)

Tipp: E-Bike-Sharing eignet sich auch sehr gut, wenn du eine Städtetour machst und zum Beispiel München oder Berlin mit dem E-Bike erkunden willst.

Für wen eignet sich E-Bike-Sharing nicht?

E-Bike-Sharing ist nicht die beste Wahl für dich, wenn

  • du im ländlichen Raum lebst, in dem kein E-Bike-Sharing angeboten wird
  • du dein E-Bike individuell aussuchen willst (Modell, Antrieb und Ähnliches) – Tipp: Besuche hierzu unseren E-Bike-Finder und finde dein individuelles Bike
  • du viel E-Bike fährst
  • du auch längere Strecken oder Touren mit dem E-Bike fahren willst
  • du so viel E-Bike fährst, dass die Kosten beim Sharing höher sind als die Kosten beim Kauf oder Leasing

Du möchtest trotzdem öfter mit dem E-Bike unterwegs sein? Dann wirf einen Blick in unser Magazin. Wir geben dir Tipps zu:

Zwei Personen fahren mit E-Bikes ein Ufer entlang

Was sind die Vor- und Nachteile von Pedelec-Sharing?

Unabhängig davon, ob E-Bike-Sharing sich für dich eignet, bietet das Teilen der Bikes einige Vor- und Nachteile.

Vorteile

Zu den Vorteilen des E-Bike-Sharings zählen:

  • Umwelt: der Umstieg vom Auto auf das E-Bike wird erleichtert
  • Soziale Gerechtigkeit: Jeder kann sich theoretisch ein E-Bike oder E-Lastenrad ausleihen
  • Spontanität: E-Bikes sind flexibel nutzbar
  • Große Auswahl: verschiedene E-Bike-Modelle können getestet werden

Nachteile

Das E-Bike-Sharing kann folgende Nachteile haben:

  • Öffentlicher Raum: E-Bikes werden nicht richtig abgestellt und behindern zum Beispiel Fußgänger
  • Verschleiß: durch fehlende Sorgfalt im Umgang mit den E-Bikes können sie schneller kaputt gehen und belasten dadurch wiederum die Umwelt
  • Datensicherheit: je nach Anbieter sind unterschiedliche Angaben nötig

Wichtig: E-Bike-Sharing hat besonders dann Nachteile, wenn die Nutzer nicht sorgfältig mit den Bikes umgehen. Deshalb gilt: Behandle dein Sharing-Bike gut und stelle es an Orten ab, wo der Verkehr nicht behindert wird.

Was ist ein E-Bike-Sharing-Abo?

Neben dem „normalen“ E-Bike-Sharing, wo du flexibel ein Bike buchen kannst, gibt es auch das E-Bike-Sharing-Abo. Hierbei handelt es sich um eine Mischung aus Leasing und Sharing.

Und so geht’s: Du entscheidest dich für einen Anbieter und ein E-Bike-Modell. Dieses wird dann meist innerhalb von 48 Stunden an den Ort deiner Wahl gebracht. Jetzt kannst du das Bike wie dein eigenes E-Bike nutzen. Die Laufzeit beträgt in den meisten Fällen mindestens einen Monat. Du kannst den Vertrag aber monatlich kündigen.

Ein E-Bike-Sharing-Abo eignet sich für alle, die ein E-Bike öfter nutzen und nicht immer das Bike wechseln wollen. Es bietet gegenüber dem Leasing höhere Flexibilität, da das Abo meist monatlich kündbar ist.

Welche Anbieter für E-Lastenrad-Sharing und Co. gibt es?

Es gibt eine Vielzahl an E-Bike-Sharing-Anbietern. Einige Anbieter sind nur regional tätig, wie zum Beispiel MVG Rad in München. Andere Anbieter findest du in den meisten größeren deutschen und internationalen Städten.

Anbieter-Auswahl für Bikesharing:

Gut zu wissen: Du möchtest ein Sharing-E-Bike mit Brose-Motor fahren? Dann ist ein Bike von nextbike die richtige Wahl für dich. Denn die Räder des deutschen Anbieters verfügen über einen Mittelmotor von Brose mit einer Unterstützung bis 25 km/h.

Auswahl für Bikesharing-Abos:

Tipp: Seriöse Tests, wie die von Stiftung Warentest oder DtGV , geben dir einen Überblick über die einzelnen Anbieter. Beachte jedoch, dass der E-Bike-Sharing-Markt sich schnell verändert und wächst. Testergebnisse, die einige Jahre alt sind, können aus diesem Grund nicht mehr komplett aussagekräftig sein.

Wo wird E-Bike-Sharing angeboten?

E-Bike-Sharing wird aktuell fast ausschließlich in mittelgroßen und großen Städten angeboten. Doch auch der ländliche Raum könnte schon bald mit Sharing-Bikes versorgt werden. So gibt es Projekte in ländlichen Gegenden, wie die Initiative „ Landmobil – unterwegs in ländlichen Räumen “, die das Sharing-Potential auf dem Land testen wollen. Der Anbieter TIER stellt E-Bikes bereit, um den öffentlichen Nahverkehr auf der Schwäbischen Alb zu unterstützen.

Einige Gegenden bieten auch schon E-MTBs zum Bike-Sharing an, wie zum Beispiel in den Parks des Movimënt-Areals in Südtirol. Informiere dich vor deiner nächsten E-MTB-Tour oder E-Bike-Tour in den Alpen , ob die Möglichkeit zum E-Bike-Sharing in deinem Urlaubsgebiet existiert.

Tipp: Viele E-Bike-Sharing-Anbieter sind auch im Ausland vertreten. Hast du die passende App auf deinem Smartphone, kannst du bei deinem nächsten Städtetrip nach London oder Paris auch dort Sharing-Bikes nutzen.

E-Bike-Sharing in der Praxis: Wichtige Fragen

In der Theorie klingt E-Bike-Sharing wie für dich gemacht? Dann kommen wir jetzt zur Praxis. Wir sagen dir, welche Kosten auf dich zukommen und welche Regeln bei Unfällen gelten.

Wie viel kostet E-Bike-Sharing?

Die Kosten für das E-Bike-Sharing können sich je nach Anbieter unterscheiden. Folgende Gebühren fallen an:

  • Gebühren für die Anmeldung beim Anbieter und/oder die Jahresgebühr
  • Gebühren pro Freischaltung des E-Bikes und Minute der Nutzung

Beispiel Lime : Bei diesem Anbieter kostet die Freischaltung einen Euro und jede Minute, die du das Sharing-E-Bike nutzt, 25 Cent.

Wichtig: Bei einigen Anbietern, die extra E-Bike-Stationen zum Abstellen haben, wie Call-a-Bike, können Kosten anfallen, wenn du das Bike außerhalb der Station abstellst.

Tipp: Einige Anbieter bieten auch Pässe zu einem Festpreis an, mit denen du die Bikes in einem Zeitraum (zum Beispiel 24 Stunden) beliebig oft nutzen darfst.

E-Lastenräder und Co: Welche E-Bike-Modelle stehen zur Sharing-Auswahl?

Beim E-Bike-Sharing kannst du verschiedene E-Bike-Modelle leihen. Meistens werden City-E-Bikes und E-Lastenräder zum Sharing angeboten. Ein Anbieter hat in der Regel nur ein Bike-Modell pro Machart (E-Lastenrad und City-E-Bike) im Angebot. In einigen Urlaubsgebieten, wie Südtirol, gibt es auch E-Bike-Sharing-Angeboten mit E-MTBS .

Zwischen den Sharing-Anbietern gibt es Unterschiede bei den angebotenen E-Bike-Modellen:

  • Verschiedene Hersteller für Motor, Akku, Schaltung
  • Bike-Extras wie ein Korb
  • Ergonomie: Sattelpolsterung, Höhenverstellbarkeit
  • Machart der Reifen
  • Art der E-Bike-Beleuchtung

Wichtig: Gibt es an deinem Ort eine Auswahl an E-Bike-Sharing-Anbietern, dann vergleiche neben den Kosten auch die angebotenen E-Bike-Modelle miteinander, bevor du eine App runterlädst und dich anmeldest.

Im Gegensatz zum einfachen E-Bike-Sharing, kannst du bei Bike-Sharing-Abos zwischen mehreren E-Bike-Modellen wählen.

Wie lange darf ich ein geshartes Pedelec ausleihen?

Du kannst dein Sharing-E-Bike meistens so lange ausleihen wie du möchtest oder bis der Akku leer ist. Achte dabei jedoch auf die Kosten!

Welche Reichweite hat ein E-Bike-Sharing-Akku?

Die Reichweite des Sharing-E-Bikes richtet sich nach dem Modell und dem verbauten Akku. Ein E-Bike von nextbike mit voll aufgeladenem Akku bietet zum Beispiel eine Reichweite von bis zu 80 Kilometern. Willst du längere Touren unternehmen, dann informiere dich, bevor du einen Anbieter nutzt, über den verbauten Akku und die jeweilige Reichweite.

Mehr Informationen und Tipps zur Reichweite verrät dir unser Magazin-Inhalt „Die E-Bike-Reichweite – Akku-Kapazität & Optimum “.

Was mache ich, wenn der E-Bike-Sharing-Akku leer ist?

Bevor du dich für ein E-Bike zum Leihen entscheidest, kannst du den Akkustand überprüfen. Er wird dir entweder in der App oder auf der Ladestandanzeige, die im Rahmen integriert ist, angezeigt. Ist der Akku leer, kannst du das Bike einfach abstellen und dir ein neues suchen.

Wo muss ich das Bike zurückgeben?

Du kannst dein E-Bike am Zielort abstellen und abschließen oder an einer ausgezeichneten Station der Anbieter abstellen.

Tipp: Du kannst bei einigen Anbietern auch Fahrtpausen einlegen. Das bedeutet, dass du dein E-Bike kurzzeitig abschließt und danach wieder nutzt.

Was passiert, wenn ich einen Unfall mit einem Sharing-E-Bike habe?

Laut dem Auto Club Europa gilt bei Unfällen mit einem Mietfahrrad die folgende Regelung:

„Egal ob es sich um einen durch den Mietenden verursachten Schaden eines anderen Verkehrsteilnehmenden oder um die selbstverschuldete Beschädigung des Mietfahrrads handelt: Üblicherweise haftet der Mietende bzw. dessen Versicherung.“ ( Auto Club Europa )

Diese Regelung kann auch für Verlust oder Diebstahl gelten. Genaueres zu den Vorgaben erfährst du, wenn du dir die Leihbedingungen des jeweiligen Anbieters durchliest.

Wichtig: Überprüfe, bevor du E-Bike-Sharing nutzt, ob du eine private Haftpflichtversicherung hast. Falls nicht, schließe eine ab. Kontrolliere bei schon bestehenden Verträgen, ob die Versicherung im Schadensfall greift.

Noch mehr Informationen: In unserem Magazin-Artikel „Welche E-Bike-Versicherung ist sinnvoll und welche notwendig? “ stellen wir dir die unterschiedlichen E-Bike-Versicherungen genauer vor und geben weitere Tipps.

Kaufst du noch oder sharst du schon?

Auch, wenn einige Anbieter den deutschen Markt verlassen und neue dazukommen – E-Bike-Sharing ist weiterhin einer der wichtigsten Mobilitäts-Trends der vergangenen und kommenden Jahre. Besonders im urbanen Raum sind die Sharing-Bikes kaum noch aus dem Stadtbild wegzudenken, und auch auf dem Land könnte E-Bike-Sharing die Mobilität verändern. Dennoch spricht auch weiterhin einiges dafür, ein E-Bike zu leasen oder zu kaufen, besonders dann, wenn du dein Bike individuell auswählen willst und viel fährst.

Unser Tipp: Mach den E-Bike-Finder-Test und finde heraus, welches E-Bike zu dir passt. Vergleiche die Bike-Sharing-Anbieter miteinander und achte besonders auf die verbauten Komponenten und alles, was wichtig für den Fahrkomfort ist.

Egal, ob du jetzt mit dem Sharing-Bike oder deinem eigenen E-Bike unterwegs bist, in unserem Magazin findest du Tipps und Informationen rund um Pendeln, E-Bike-Sicherheit und Touren: