E-Bike-Touren

Tipps für die Planung & die besten Touren in Deutschland

Das E-Bike ist von den Fahrradwegen und aus der Reiselandschaft nicht mehr wegzudenken. Radsportler oder Genussradler bestreiten E-Bike-Touren mittlerweile nicht mehr nur als spontane Tagesausflüge, sondern planen mehrtätige Touren mit dem E-Bike bis hin zu ausgefeilten Urlauben. Entdecke die schönsten E-Bike-Touren in Deutschland und lies, woran du bei der Planung einer E-Bike-Tour denken solltest.

E-Bike-Touren: Das erwartet dich in diesem Beitrag

E-Bike-Touren – Action, Sport und Urlaub für alle

Das Besondere an E-Bike-Touren: Waren Touren oder Urlaube mit dem Bike vor dem Siegeszug des E-Bikes eher die Sache von eingefleischten oder einigermaßen trainierten Radlern oder Freizeitsportlern, so sind E-Bike-Touren eine „demokratische“ Sache.

Denn unabhängig von Kondition, Können, Alter oder körperlicher Fitness kann quasi jeder mit dem Trekking-E-Bike losradeln. Der Antrieb unterstützt die individuellen Kräfte, hilft über Berge und Hügel oder wenn die Puste ausgeht. Wichtig für eine entspannte E-Bike-Tour ist, dass du die Reichweite kennst und dass der Akku oder zumindest deine Muskelkraft bis zur nächsten Stromladung reicht.

E-Bike-Touren – Planung kommt vor Action

Wenn du eine E-Bike-Tour planst, stellt sich unter anderem die Frage: welche Strecke schafft das E-Bike und welche Route schaffst du? Akkuleistung, Reichweite und Fitness – wohin dich die E-Bike-Tour bringt, hängt von verschiedenen Parametern und deinen persönlichen Vorlieben ab.

Berge, Meer oder Stadt?

Cruist du lieber übers platte Land? Bist Du erst zufrieden, wenn du am Gipfelkreuz stehst? Oder entdeckst du gerne eine fremde Stadt mit dem Rad? Wer sich für E-Bike-Touren interessiert, sollte zunächst abwägen: Durch die Berge, eine E-Bike-Tour entlang der Küste, eines Flusses oder eine Städtetour per E-Bike.

Tagestour- oder Mehrtagestour?

Bei der Planung der E-Bike-Tour als Wochenendausflug, Tagestrip oder Urlaub, spielt neben der Frage „Berge, Meer oder Stadt“ auch der Wohnort eine Rolle. Wer sich am Wochenende oder nach der Arbeit auspowern möchte, schnappt sich das Bike und startet vor der Haustür, egal ob sich dort Berge auftürmen oder nur ein Flüsschen in der Nähe fließt. Die Frage nach Ein- oder Mehrtagestour mit dem Trekking-E-Bike stellt sich bei der Urlaubs- oder Wochenendplanung: Du kannst E-Bike-Touren als Urlaub oder über das Wochenende machen, indem du dich von Etappe zu Etappe fortbewegst und auf der Strecke übernachtest, oder du buchst einen „normalen“ Urlaub, in welchem du nur hin und wieder eine E-Bike-Tages-Tour machst, während du an den anderen Tagen wandern gehst oder dich am Strand entspannst.

Individuell oder geführt?

Touren mit dem E-Bike kannst du als Individualist von A bis Z selbst organisieren – hier helfen dir Bücher, das Internet, Karten, Apps oder Empfehlungen von Freunden. Das Gute daran: Du bist selbstbestimmt, frei und flexibel. Wer sich gerne mitreißen lässt und erst in der Gruppe so richtig in Fahrt kommt, kann eine E-Bike-Tour auch als geführte Tour buchen. Hier musst du dich um nichts kümmern. Zahlreiche Anbieter bieten E-Bike-Touren professionell organisiert an: inklusive Leih-E-Bike, technischer Service, Hotel und Verpflegung. Lediglich die Anreise zum Startort musst du selbst organisieren.

E-Bike leihen oder kaufen?

Entweder ziehst du mit dem eigenen E-Bike los oder du leihst dir ein E-Bike. Vielleicht willst du erst einmal testen, ob das E-Bike-Feeling dir überhaupt taugt. E-Bike Verleihe gibt es an beinahe allen Urlaubsorten und auch in fast jeder Stadt kannst du E-Bikes stunden- oder tageweise leihen. Der Vorteil am Ausleihen: Das Bike ist technisch einwandfrei gewartet, versichert und du kannst es einfach wieder zurückgeben.

Du möchtest öfter zu einer E-Bike-Tour aufbrechen und das E-Bike auch im Alltag nutzen? Dann mach unseren E-Bike-Finder-Test und finde das passende E-Bike für deine Touren.

Tipp: Für regelmäßige E-Bike-Touren empfehlen wir dir ein Trekking-E-Bike , mit dem du auf jeder Tour bequem und sicher unterwegs bist.

Die richtige Route für deine E-Bike-Tour: Apps, Karten und Navigation

Sorglose Biker können einfach auf gut Glück losziehen. Besser ist es jedoch, sich die E-Bike-Tour vor dem Start eingehend zur Brust zu nehmen, denn Hindernisse wie stark befahrene Bundesstraßen, im Nichts endende Wege oder zu holpriges Gelände können dir die E-Bike-Tour ziemlich verhageln. Stell dir deshalb für die Planung folgende Fragen:

  • Wo sind Strecken mit wenig Verkehr?
  • Wie sind die Strecken beschaffen? (Steigungen verbrauchen mehr Akku)?
  • Wie lange läuft mein Akku, bis ich selbst in die Pedale treten muss?
  • Welche Unterstützungsstufen nutze ich häufig?
  • Wo gibt es schöne Ausblicke oder Landschaften?
  • Wo kann man rasten, einkehren oder übernachten?

Bei der Beantwortung der Fragen und einer ausgetüftelten Planung deiner Route und natürlich auch unterwegs helfen dir Routenplaner-Programme, Apps, GPS-Geräte, die GPS-Funktion des Smartphones, altmodische Landkarten und Online-Communitys, die den Austausch bereits zurückgelegter Routen anderer User ermöglichen.

Jedes Hilfsmittel hat seine Vorteile und Tücken. So befreien Papier-Landkarten von Technik und Strom, sind aber gelegentlich schwer zu lesen. Das GPS auf dem Smartphone gibt den Geist im Funkloch auf oder Routenplaner-Programme sind nicht aktualisiert. Wir stellen dir die wichtigsten Hilfen zur Tourenplanung kurz vor.

Routenplaner und Apps für E-Bike-Touren

Deine E-Bike-Routen kannst du über den Desktop oder das Smartphone checken und planen. Einige Services und Apps sind kostenlos, andere spucken dir umso detailliertere Ergebnisse aus, wenn du Mitglied bist. Aber aufgepasst: Im Vergleich zu Karten sind Apps von einem vollen Akku und einer Netzverbindung abhängig. Das heißt: Wenn das Smartphone aus ist, ist auch die Route weg.

Zu den besten Routenplaner-Apps im eBike-Bereich zählen derzeit:

  • Komoot (Android & iOS)
    Große Community stellt regelmäßig neue Routen ein, mit genauen Wegbeschreibungen und Angaben zum Schwierigkeitsgrad. Erreichbar über App und Website .
  • Bike Citizens (Android & iOS)
    App für die Planung von Touren im Stadtverkehr. Erreichbar über App und Website .
  • Google Maps (Android & iOS)
    Funktioniert vor allem im städtischen Umfeld. Berechnung verschiedener Strecken weltweit. Bei Einstellungen für Bike umgeht der Routenplaner stark befahrene Straßen. Erreichbar über App und Website .
  • Naviki (Android & iOS)
    Kostenloses Basispaket. Routenplaner, Karten und Aufzeichnung der Route – für Alltag, Freizeit und maßgenschneiderte Routen für E-Biker. Erreichbar per App .
  • Outdooractive (Android & iOS)
    Für Wanderer und Biker. Start und Zielpunkt setzen oder Punkte auf der Karte markieren. Mit vielen Touren-Tipps aus der Community. Die auserkorene Route synchronisiert bei Websuche auf die App. Erreichbar über App und Website .
  • Falk Maps und Routenplaner (Android & iOS)
    Zeigt Karten und Routen plus Unterkünfte. Erreichbar via App oder Website .
  • Bikemap (Android & iOS)
  • Große Routensammlung (über 100 Länder weltweit), zählt zu den beliebtesten Apps für Biker. Erreichbar über App und Website .

Auch einige Bundesländer oder touristischen Regionen bieten spezielle Radtourenplaner an – daher lohnt sich immer ein Blick auf die Website des auserkorenen Reiseziels.

Karten und Topo-Karten

Karten sind seit jeher ein zuverlässiger Begleiter. Obwohl sie schon fast museal sind, haben sie den unschlagbaren Vorteil, vom Stromnetz und dem Sendenetz autark zu funktionieren.

Besonders empfehlenswert für die Planung deiner E-Bike-Tour sind topografische Radkarten – gibt es natürlich auch online von verschiedenen Anbietern. Die Topo-Karten zeigen Höhenunterschiede und Reliefs. Besonders empfehlenswert sind die Topo-Karten des Kompass Verlags, des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) und die Topo-Karten der Landesvermessungsämter – mit dabei: Radwege, Sehenswürdigkeiten, Einkehrtipps und Unterkünfte. Beim exakten Einschätzen von Entfernungen und Höhenmetern auf der Karte hilft dir ein Kartenlesegerät.

Navigation mit GPS

Mit der passenden Route in der Tasche kann es losgehen. Aber: Je fremder das Revier, desto wichtiger, dass du dich zurechtfindest, nicht vom Weg abkommst oder schnell Hilfe findest, sofern nötig. Lass dich deshalb von GPS-Geräten oder dem Smartphone bei der Navigation unterstützen.

Ideal ist eine Kombination von Papierkarte und GPS. Das heißt: Sofern die Kartendaten als Datei verfügbar sind und in das GPS übertragen werden können, lotst dich das GPS-Gerät zuverlässig durch die „Wildnis“ – auch ohne Funkverbindung.

Ebenso kann dir die GPS-Funktion des Smartphones unterwegs wichtige Dienste erweisen – allerdings bist du hier auf eine Netzverbindung angewiesen. Der Vorteil von GPS-Geräten gegenüber dem Smartphone: Sie sind robuster, der Akku hält länger, die Übermittlung der Daten ist meist präziser und die Berechnung der Route funktioniert auch offline. Der Nachteil vieler GPS-Geräte: Die meisten sind komplex, nicht sonderlich intuitiv und erst nach einigen Anläufen souverän bedienbar.

Erste Güte: Qualitätssiegel für E-Bike-Touren

Ein ebenso guter Indikator für ausgezeichnete E-Bike-Routen sind die sogenannten Qualitätssiegel oder Zertifikate, die der Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e.V. (ADFC) für touristische Regionen sowie für Wander- oder Radwege vergibt.

Die sogenannten Qualitätsrouten werden vom ADFC geprüft, durch Sternebewertungen klassifiziert und auf der Website detailliert vorgestellt. Bewertet werden unter anderem die Befahrbarkeit, die Oberfläche, die Beschilderung, die Routenführung, die Verkehrsbelastung, die touristische Infrastruktur an der Strecke, die Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr und das Schienennetz. Markierungen mit dem entsprechenden Qualitätssiegel findest du auch an der Route selbst.

Übrigens hat jede der „ausgelobten“ Routen einen eigenen Betreiber, der sich auch um die Vermarktung und die Weiterentwicklung kümmert. Das Siegel wird für die Dauer von drei Jahren vergeben.

Die schönsten E-Bike-Touren in Deutschland

Als Reiseland zählt Deutschland zu den beliebtesten Urlaubszielen in Europa. Kein Wunder: Im Norden die Nord- und Ostsee, in der Mitte der Harz, die Rhön, die Pfalz, Rhein und Main und im Süden die Alpen. Deutschland fehlt es an nichts. Und so stehen auch Radsportler und E-Biker vor der Frage: Wohin mit dem E-Bike? In die Berge oder ans Meer? Entdecke die schönsten E-Bike-Touren in Deutschland.

Alpen und Allgäu

Für E-Biker sind die Alpen und das Allgäu ein Paradies. Nicht nur wegen der bildgewaltigen Berge, Täler und Seen, sondern auch aufgrund der ausgezeichneten Infrastruktur aus Trails verschiedener Schwierigkeitsstufen, Hütten, Almen, Aussichtspunkten und E-Bike-Verleihstationen.

Zu den Highlights der E-Bike-Touren in den Alpen zählen der 35 Kilometer lange Chiemgau Radweg, weitere Strecken in den Chiemgauer Alpen, den Kitzbüheler Alpen (Triol, Brixental) und die Transalp als Königsklasse. Zu den schönsten E-Bike Routen im Allgäu zählen der Oberschwaben-Allgäu-Radweg und die Strecken rund um Oberstdorf oder Pfronten. Von Pfronten aus gelangst du per E-Bike oder auch zu den Königsschlössern.

Bodensee

Der Bodenseeradweg (263 km) und der Donau-Bodensee-Radweg (156 km) sind nicht nur Qualitätsradwege des ADFC. Sie zählen auch zu den beliebtesten Radreisedestinationen in Europa. Mildes Klima, viel Wasser und die vorteilhafte Lage an der Grenze von Schweiz, Österreich und Deutschland machen die Bodensee-Donau-Region so überaus reizvoll. Aufgrund der flachen Strecken sind die Wege rund um den Bodensee und entlang der Donau auch für Familien perfekt. Neben einem vorbildlich gepflegten Wegenetz triffst du auf hübsche Hotels, Gaststuben und etliche Verleihstationen für Fahrräder und E-Bikes.

Harz und Thüringer Wald

Der Harz ist das höchste Mittelgebirge Norddeutschlands. Berühmt ist der Harz aber vor allem wegen seiner dichten Wälder und der sagenumwobenen Orte wie dem Hexentanzplatz oder dem Brocken (1.141 Meter). Darüber hinaus ist die Region reich gespickt mit UNESCO Weltkulturerbe wie der Lutherstadt Eisleben oder dem historischen Quedlinburg. Ein Paradies für Wanderer und Biker – nicht zuletzt aufgrund der erstklassigen Freizeit- und Wege-Infrastruktur. Zu den besten E-Bike-Touren im Harz zählen die Thüringer Fernradwege, der Harzrundweg und die große Harzvorland-Tour.

Auch der Thüringer Wald strotzt nur so vor Wäldern sowie einem dichten Netz an Wander- und Bike-Wegen. Die mit Abstand berühmteste Strecke des Thüringer Waldes ist der Rennsteig. Der alte Handelsweg ist heute ein beliebter Höhenweg für Genießer. Er verläuft von Hörschel nach Blankenstein, flankiert von großartigen Aussichtspunkten, Rastplätzen, Schutzhütten und lauschigen Unterkünften.

Eifel, Rhön und Taunus

Auch Eifel, Rhön und Taunus, die namhaften Mittelgebirge in der Mitte Deutschlands, sind Top-E-Bike-Destinationen. Die Routen und Millionen Jahre alten Vulkanlandschaften der Eifel mit dem UNESCO geschützten Geopark strecken sich bis nach Belgien. In der Eifel kreuzt du viele der sogenannten Maaren, die typisch kreisrunden Vulkanseen, und du radelst auf den Spuren stillgelegter Bahntrassen.

Auch die Rhön – zwischen Thüringen, Hessen und Bayern – mit dem höchsten Berg der Wasserkuppe (950 Meter) entstand überwiegend aufgrund vulkanischer Aktivität. Das Besondere hier: Du kannst auf der Tour Geotope besichtigen und dein Wissen zum Leben der Saurier auffrischen.

Der Taunus – in Rheinland-Pfalz und Hessen mit dem Großen Feldberg als höchster Erhebung (881 Meter) steht Eifel und Rhön sowohl hinsichtlich Schönheit als auch in Sachen Infrastruktur in nichts nach. Auch hier radelst du in großen Teilen durch dichten Wald, zwar nicht ganz so steil bergauf wie Im Harz, aber dennoch haben die Muskeln oder dein Antrieb bei Steigungen bis auf 800 Meter ordentlich zu tun.

Nord- und Ostsee

Als E-Bike-Reviere sind Nord- und Ostsee vor allem für Genussradler interessant, die gerne stunden- oder kilometerlang übers flache Land fahren und sich dabei den Wind um die Nase wehen lassen möchten. Die E-Bike-Routen dieser Regionen verlaufen sowohl im Hinterland, durch kleine Wäldchen und Minidörfer oder über Deiche und Dünen direkt entlang der Küstenlinie.

Ein Leckerbissen ist der Ostseeradweg zwischen Flensburg und der Insel Usedom über eine Länge von 1.000 Kilometern. Diese traditionellen Urlaubsregionen sorgen mit einer gut ausgebauten Infrastruktur und vielen E-Bike-Verleihen für perfekte Urlaubstage.

Berühmte Radwege: Elbe, Main, Mosel oder Weser

In ganz Deutschland und teilweise über ganz Europa verteilen sich die sogenannten Radfernwege. Sie reichen meist über mehrere hundert Kilometer und sind von einer tadellosen Infrastruktur sowie von großartigen Aussichtspunkten oder Sehenswürdigkeiten flankiert.

Zu den beliebten Radwegen zählen – um nur einige zu nennen – der Donauradweg (600 Kilometer), Neckartalradweg (367 Kilometer), Saar-Radweg (110 Kilometer) Schwarzwald Panorama-Radweg (280 Kilometer), Weser-Radweg (520 Kilometer), Main-Radweg (600 Kilometer), der Elbe-Radweg (1.300 Kilometer) oder der Isar-Radweg (300 Kilometer). Das Gute: Je nach Kondition, spontaner Lust und natürlich auch, wenn du mit Kind und Kegel auf der Strecke bist, kannst du die Tour in Etappen aufteilen oder nur einzelne Streckenabschnitte fahren.