Frau fährt lachend mit dem E-Bike.

Promillegrenze beim E-Bike: Das musst du zu Alkohol im Straßenverkehr wissen

Leicht beschwipst und trotzdem mit dem E-Bike nach Hause fahren? Wir sagen dir, warum das keine gute Idee ist, wo die Promillegrenze für E-Bikes liegt und welche Strafen drohen. Bist du dennoch mit dem E-Bike unterwegs und hast zu viel Alkohol getrunken? Kein Problem, wir geben dir Tipps, wo du dein E-Bike sicher parken kannst und wie du gut nach Hause kommst.

Frau fährt mit dem E-Bike unter einer Brücke der U-Bahn in Berlin lang

Promillegrenze beim E-Bike: Das sind die Regeln

„Was für eine Promillegrenze? Das E-Bike ist doch kein Auto!“ Zwar handelt es sich beim E-Bike nicht um ein Auto, dennoch gelten für E-Bikes ebenfalls strenge Regeln, was das Fahren unter Alkoholeinfluss angeht. Wie genau diese Regeln in Deutschland ausfallen, richtet sich danach, ob dein E-Bike-Antrieb bis zu 25 km/h oder bis zu 45 km/h bewältigen kann:

  • E-Bikes bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h sind dem Fahrrad gleichgestellt: Es gilt eine Promillegrenze von 1,6 Promille. Aber schon ab 0,3 Promille kann es zur Strafanzeige kommen, falls du dich auffällig verhältst oder einen Unfall baust und bei einer Kontrolle deine Fahruntüchtigkeit nachgewiesen wird.
  • Für E-Bikes (S-Pedelecs) bis 45 km/h gilt der gleiche Grenzwert wie bei Autos: 0,5 Promille. Wichtig: Dieser Grenzwert gilt auch, wenn du zum Zeitpunkt der Kontrolle ohne Unterstützung des Motors gefahren bist.

Strafen bei alkoholisiertem E-Bike-Fahren

Solltest du doch einmal mit mehr Promille als genehmigt auf deinem E-Bike unterwegs sein, drohen dir Strafen und Bußgelder (Stand 2021):

  • E-Bikes bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h bei über 1,6 Promille (je nach Fahrtauglichkeit):
    • drei Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg
    • eine Geldstrafe von mindestens einem Netto-Gehalt
    • die Anordnung einer MPU
    • Fahrradverbot
    • Führerscheinentzug ( Beispiel-Urteil von 2019 )
  • E-Bikes (S-Pedelecs) bis 45 km/h bei über 0,5 Promille:
    • zwei Punkte in Flensburg
    • 500 Euro Bußgeld
    • temporäres Fahrverbot
  • E-Bikes (S-Pedelecs) bis 45 km/h bei über 1,1 Promille:
    • drei Punkte in Flensburg
    • eine Freiheits- oder Geldstrafe bis 3.000 Euro
    • Führerscheinentzug bis sechs Monate

Im Bußgeld-Dschungel den Durchblick zu behalten ist gar nicht so einfach, vor allem, da sich auch immer mal etwas ändern kann. Der aktuelle Bußgeldkatalog hilft dir dabei, auf dem neusten Stand zu bleiben. Nicht nur in Anbetracht der üppigen Strafen ist es ratsam, vom E-Bike abzusteigen, wenn du etwas getrunken hast.

Mit Alkohol am E-Bike-Lenker: Gefahren im Straßenverkehr

Führerscheinentzug und MPU haben dich noch nicht davon überzeugt mit zu viel Alkohol im Blut lieber das E-Bike zu schieben? Dann solltest du dir die folgenden Gefahren genauer anschauen, die im Straßenverkehr lauern, falls du alkoholisiert E-Bike fährst:

  • Du unterschätzt Deine eigene Geschwindigkeit, wodurch sich der Bremsweg verlängert.
  • Deine Reaktionsgeschwindigkeit lässt nach.
  • Du wirst unsicherer im Fahren und kannst die Balance auf dem E-Bike schwerer halten.
  • Durch unterschätze Geschwindigkeit, langsame Reaktionsfähigkeit und verminderte Balance steigt die Gefahr von Unfällen.

Neben Strafverfahren und Co. solltest du Unfallschäden, die durch dein alkoholisiertes Fahren entstehen, nicht unterschätzen. Denn durch das Gewicht des E-Bikes und die erhöhte Geschwindigkeit können Schäden am eigenen E-Bike und anderen Bikes, Autos und Personen gravierender ausfallen, als wenn du mit einem Fahrrad unterwegs bist.

Wichtig: Bei Unfällen, die unter Alkoholeinfluss verursacht werden, zahlen die Versicherung meist nicht. Einen Überblick über die einzelnen E-Bike-Versicherungen bietet dir auch unser Artikel „Welche E-Bike-Versicherung ist sinnvoll und welche notwendig?“

Zwei Männer sitzen am Fluss und angeln

Alkoholisiert E-Bike fahren? Lieber nicht!

Du möchtest unterwegs sein und planst Alkohol zu trinken? Dann können wir dir nur eins raten: Lass dein E-Bike zu Hause und weiche auf ein Taxi oder öffentliche Verkehrsmittel aus. Doch was, wenn du schon mit deinem E-Bike losgefahren bist, und jetzt alkoholisiert nach Hause musst? Dafür gibt es folgende Optionen:

  • Wer sein E-Bike liebt, der schiebt: Auch, wenn es etwas mehr Muskelkraft fordert als bei einem Fahrrad – schieben ist besser als verunfallen und Strafe zahlen.
  • Nutze öffentliche Verkehrsmittel. Wichtig: Die Deutsche Bahn erlaubt die Mitnahme von E-Bikes mit einer Unterstützung bis 25 km/h, wenn sie nicht zu sperrig sind (zum Beispiel Lasten-E-Bikes), ist die Bahn jedoch zu voll, kann dir die Mitfahrt samt Bike verwehrt werden. Im Nahverkehr, wie U-Bahn oder S-Bahn, gelten je nach Region und Stadt unterschiedliche Regelungen, was die Mitnahme von E-Bikes betrifft. Informiere dich deshalb vor deinem feucht-fröhlichen Trip darüber, ob du und dein E-Bike wieder gut nach Hause fahren können.
  • Stell dein E-Bike sicher ab. Teilweise gibt es in einigen Städten schon Fahrrad-Parkhäuser, Radstationen ( Beispiel NRW ) oder E-Bike-Garagen ( Beispiel Stadt Bochum ), in denen du dein E-Bike sicher und bewacht abstellen kannst, um es im nüchternen Zustand wieder abzuholen.

Steig jetzt auf dein E-Bike, aber nur nüchtern

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Anmerkung: Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und dient nur zu Informationszwecken.